WestfalenpostWestfalenpost (Lokalteil Hagen) - Dienstag, 29. Januar 2008

"Hörbar" und gut besucht

Ev. Posaunenchor Dahl füllt die Bürgerhalle an gleich zwei Konzertabenden

Von Renate Schmoll

DAHL. Der Ev. Posaunenchor Dahl ist immer für eine Überraschung gut. Am Wochenende aber erlebten die Musiker selbst eine, bereitet von zahlreichen Fans.

Die Bürgerhalle war schon im vergangenen Jahr bei "Frisch vom Blech" schier aus allen Nähten geplatzt. Deshalb bot der Posaunenchor dieses Jahr zu seinem 85-jährigen Bestehen gleich zwei Aufführungsabende für sein Programm namens "Hörbar" an. Bereits am Freitag staunten die Bläser nicht schlecht, als sich am ersten Abend die Zuhörer wieder mangels freier Stühle auf den Stehplätzen drängelten. Noch größer war die Überraschung, als der Saal am Samstag wieder zum Bersten voll war.

Fröhliche Feststimmung schlug den in Staffeln geordnet einziehenden Bläsern entgegen. Auffällig war die große Anzahl von jungen Mitgliedern. Der Chor bot Klänge von poppig-fetzigem Sound über schmetternden Marschrhythmus bis zu gefühlvoll weichen Songs, meist von Dirigent Stephan Mehl selbst arrangiert. Zudem flimmerten passend zu den vielen zu Gehör gebrachten Filmmusiken Szenen über die Leinwand neben der Bühne.

Patricia Vivanco bezauberte das Publikum mit ihrer von samtweich lockender Tiefe bis mühelos in strahlende Höhe gleitenden Stimme, die den vollen Orchestersound übertönte. Martin Rösner fungierte als Begleiter am E-Klavier. Stephan Mehl erwies sich mit dem Mittelsatz von Rachmaninoffs 2. Klavierkonzert selbst als routinierter Pianist. Sohn Marvin ersetzte derweil den Papa am Dirigentenpult.

Die brillante Trompeterin Sinje Glaesner wurde als einzige Profi-Musikerin wegen ihrer makellosen Solopartien umjubelt. Als Gäste waren Jens Baumann (Schlagzeug) Tobias Land (Kesselpauke) und Christian Brenner (Percussion) engagiert. Michael Bernhard und Michael Viktor spielten die Jagdhörner.

Besonders herzlichen Applaus bekamt Margret Meier, die zu dem Elefanten-Motiv aus dem "Karneval der Tiere" (Saint-Saens) großohrige Kappen mit Stoßzähnen geschneidert hatte. Als Dank gab es schon einmal ein Ständchen zum bald anstehenden 90. Geburtstag.

Und wer von den Gästen selbst vollkommen unmusikalisch war, wurde allein durch die hochkarätige Moderation von Klaus Wurm, sprühend vor Wortwitz und reich an originellen Kalauern, in der "Hörbar" bestens unterhalten.

 


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