Wissenswertes über Dahl

Dahl liegt im sagenreichen Volmetal, etwa acht Kilometer nordöstlich von Breckerfeld und acht Kilometer südöstlich von der Stadtmitte Hagens. Die Geschichte führt zurück bis in die vorkarolingische Zeit, wie Runenfunde aus dem Jahre 1933 beweisen. Demnach befand sich in der Nähe des Ribberthofs eine Wallburg, deren ehemaliger Standort noch heute zu erkennen ist.

Urkundlich wird das Haus Dahl, nach dem der Ort benannt ist, im Jahre 1184 zum ersten Mal erwähnt. Es erwarb zu dieser Zeit die Lehnshoheit über das heutige Volmetal vom Kölner Erzstuhl. Die dem Evangelisten Matthäus geweihte Kirche wurde 1234 gebaut.

Zur Zeit des 30-jährigen Krieges zogen die Spanier und die Schweden durch Dahl. Später im Siebenjährigen Krieg nahmen französische Einheiten und die mit ihnen verbündeten Kosaken teilweise die Herrschaft über Dahl an sich. Wie in allen Gebieten Deutschlands forderte der Krieg auch in Dahl viele Opfer in der Bevölkerung.

Am 17. September 1729 wurde die Kirche durch einen Brand fast vollständig zerstört. Danach wurde sie wieder aufgebaut und ist bis heute weitestgehend unverändert geblieben.

Im Jahr 1817 wurde dem Ort Dahl der Status einer Ortschaft mit Gemeindevorsteher zuerkannt. Sie gehörte zwar zum Amt Breckerfeld, war aber verwaltungsmäßig der Stadt Hagen unterstellt.

Der damalige Landrat Friedrich Gerstein errichtete im Jahr 1823 das "Haus Dahl", ein im klassizistischen Stil gebautes Patriziergebäude. Zum Haus Dahl gehörten 400 Hektar Land, eine Kornmühle und 32 Kotten und Höfe.

In den Jahren 1844 bis 1847 wurde eine Landstraße, die heutige B54, durch das Volmetal gebaut und gewährte Dahl damit den Anschluss an die Industialisierung. Etwa zur selben Zeit kam auch die Bahn nach Dahl und allen anderen Orten im Volmetal bis Brügge. 1850 baute man dann im Dahler Ortskern eine Bogenbrücke aus Bruchsteinen, die den Weg über die Volme freimachte.

Im Revolutionsjahr 1848 wehte zum ersten Mal die schwarz-rot-goldene Fahne auf dem Kirchturm zu Dahl.

Die heutige Wohnstruktur entstand nach den Weltkriegen. Aufgrund der schönen Wohnlage zog es viele Städter nach Dahl, die sich aufgrund der damals noch niedrigen Grundstückspreise ein eigenes Haus bauten. Nachdem Dahl, zu dem auch Priorei und Rummenohl gehörten, lange eine eigenständige Gemeinde gewesen ist und kurze Zeit zu Breckerfeld gehört hat (ab 1970), ist es seit 1975 auf Beschluss des Landtages ein Teil von Hagen.

Durch die großen Waldflächen dient es vielen Menschen aus der Stadt als Naherholungs- und Wandergebiet. Dreimal im Jahr finden Festivitäten statt, die nicht nur für Dahler interessant sind, sondern auch viele Menschen aus der Umgebung anziehen, nämlich der Bauernmarkt das Feuerwehrfest und der Volmetaler Weihnachtsmarkt.

Trotz der ständig wachsenden Bevölkerungszahl bewahrt sich Dahl seinen dörflichen Charakter.

Noch viel mehr interessante Informationen über Dahl erhalten Sie auf der Internetpräsenz des Heimatforschers Heinz Böhms sowie auf der Website von Ernst-Dieter Wolff www.dahl-an-der-volme.de.


Die Dahler Dorfkirche

Teilweise von einem Park, dem ehemaligen Kirchhof, umgeben, geht die Dahler Dorfkirche auf frühmittelalterliche Anfänge zurück. Das ursprünglich dem Evangelischsten Matthäus geweihte Gotteshaus war lange Zeit eine "Eigenkirche" der bereits 1174 urkundlich erwähnten "Herren von Dahl", die bis 1850 das Patronatsrecht ausübten. Wann genau die erste Kirche hier errichtet wurde, ist unbekannt. In einer Urkunde aus dem Jahre 1273 wird erstmalig ein Pastor "im Daele" erwähnt.

Die schlichte, einschiffige aus harten Bruchsteinen erbaute Kirche hat über dem Eingang an der Westseite einen mit dem Langhaus verwachsenen Turm, der von einem hohen, achteckigen Turmhelm bekrönt wird. Im Osten schließt sich der niedrige FünfAchtel-Chor an, der mit seinen einfachen Spitzbogenfenstern stilistisch in das 13. Jahrhundert weist. Nach Süden ist der zum Chor gelegene Bereich des Langhauses um einen Querraum und die Sakristei erweitert, Teile der Kirche, deren Errichtung ins 14. Jahrhundert zu datieren sind.

Im Jahre 1377 stiftet Theoderich von Daley der Kirche eine Katharinenvikarie, im südlichen Querraum wird ein Katharinenaltar errichtet, der im Verlaufe der Reformation entfernt wurde. An der Ostwand, über dem der heiligen Katharina von Alexandrien geweihten Altar wurden umfangreiche Wandmalereien im Secco-Verfahren, also Malereien auf trockenem Putz, angebracht, die sieben Szenen aus der Katharinenlegende darstellen.

Die Legende erzählt von Katharina, einer schönen, mit Weisheit begabten Königstochter, die dem öströmischen Kaiser Maxentius (305-312) aufrecht als Christin entgegentrat, diesem in klugen Worten das Verwerfliche seiner Christenverfolgung so nachdrücklich darlegte, dass dann der Kaiser 50 der bedeutensten Gelehrten seines Landes zusammenrief, um Katharina in einem Streitgespräch zu den alten Göttern zu bekehren. Katharina legte indessen die christliche Lehre wiederum so überzeugend dar, dass schließlich die Gelehrten sich alle zu Christen bekehrten. Der Kaiser aber verurteilte die Gelehrten daraufhin zum Tod auf dem Scheiterhaufen. Katharina hatte dann viele Marter zu leiden. Ein mit Sägen und Nägeln beschlagenes Räderwerk sollte ihren Leib zerreißen. Jedoch bevor es zur Anwendung kam, zerstörte ein Engel das bereits fertige Räderwerk. Schließlich ließ der Kaiser sie enthaupten.


Soweit die Legende, wie sie an der Wand der Dahler Dorfkirche in einzelnen Bildern dargestellt ist. Die Wandmalereien wurden nach dem Abbruch des Katharinenaltars verschiedentlich durch Putzschichten überdeckt, gerieten in Vergessenheit und wurden erst 1962 wiederentdeckt. Man hat sie dann sorgfältig freigelegt und gereinigt. Alle Darstellungen stammen original aus dem 14. Jahrhundert, im Verlaufe der Restaurierung fanden keinerlei Übermalungen statt.

An der Südwand der Querraumes finden wir weitere Wandmalereien aus gleicher Zeit. Östlich des Fensters ist die Achatiuslegende bzw. die Marter der Zehntausend in vier Szenen dargestellt.

Die Legende erzählt von Achatius, einem Heerführer des Kaisers Hadrian (117138), der mit seinen Soldaten gemeinsam zum Christentum übertrat, einen militärischen Sieg gegen große Übermacht er rang, dann jedoch vom Kaiser und seinen Bundesgenossen verfolgt und gefangen wurde. Der Kaiser ließ alle zehntausend Soldaten pfählen und kreuzigen, berichtet die Legende.


Westlich des Fensters ist oben die heilige Barbara, Schutzheilige der Bergleute, Artilleristen, Feuerwehr sowie der Architekten und vieler Bauhandwerker, dargestellt. Sie trägt als persönliches Kennzeichen den Turm mit drei Fenstern. Auf dem unteren Wandteil findet sich eine schöne Darstellung der Schutzmantelmadonna, die unter ihrem weiten Mantel vielen verängstigten Menschen Schutz und Sicherheit gewährt.

Am 17. September 1729 brannte der der Kirche benachbarte Adelssitz "Haus Dahl" ab. Das Feuer griff auf die Kirche und erhebliche Teile des Dorfes Dahl über. Aus der Zeit vor dieser Brandkatastrophe blieben nur die Außenwände des Chorraumes, des Querraumes und der Sakristei erhalten.

Aber bereits ein Jahr später begann man mit dem Wiederaufbau der Kirche, der allen Gliedern der Gemeinde erhebliche Opfer abverlangte. Auch die Vermietung der Kirchensitze sowie Spenden von außen, unter anderem vom König von Preußen, halfen beim Beschaffen der Baukosten. Noch heute sind im Kirchengestühl die in den Gesangbuchablagen eingeschnitzten Namen der Dahler Familien zu finden, die damals ihren Kirchensitz erworben haben.

Friedrich zu Wermlingshausen stiftete zum Wiederaufbau die Kanzel, eine reichhaltig mit gedrehten Säulen, Blatt und Rankenwerk verzierte Holzbildhauerarbeit. Der darüber hängende Schalldeckel ist in gleicher Arbeit ausgeführt, er wird bekrönt durch die Darstellung eines Pelikans, der in Notzeiten seine Jungen mit seinem eigenen Blut nährt, ein gleichnishaftes Bild für Jesu Selbsthingabe.

Rechts heben dem Chor steht der Taufstein, der den Kirchenbrand überstanden hat und heute noch als solcher genutzt wird. Er hat die Form eines Pokals und besteht aus künstlerisch verziertem Sandstein. Eine Inschrift weist sein Alter mit der Jahresangabe 1696 aus.

Im Chor hinter dem Abendmahlstisch befindet sich eine barocke, reliefartige Abendmahlsdarstellung aus Holz. Sie zeigt Jesus im Kreise seiner zwölf Jünger beim letzten Abendmahl, ist mit schmückendem Blatt und Rankenwerk sowie zwei Engeln umrahmt und wurde 1774 in Breckerfeld von Peter Holthaus angefertigt. Interessant ist, dass gemäß mündlicher Überlieferung, für die Darstellung der Jünger Breckerfelder Ratsherren Modell gestanden haben sollen. Die bäuerlichen Gesichter der Jünger treten für die Wahrscheinlichkeit dieser Aussage ein.

Der Abendmahlstisch in der Mitte des Chores erhielt seine derzeitige Form erst 1997.

Er ist aber abgedeckt mit einer alten Altarplatte aus vorreformatorischer Zeit. Diese Platte war jahrhundertlang verschollen und wurde bei Instandsetzungsarbeiten unter dem Fußboden 1962 wieder entdeckt. Sie ist ziemlich roh bearbeitet und hat 5 eingemeißelte Kreuze, je eines an den vier Ecken und ein Kreuz in der Mitte.

In der Nordwand des Langhauses befindet sich das 1963 von Karl Hellwig geschaffene Glasfenster zum Gleichnis vom verlorenen Sohn.

Bereits im Jahr 1749 erhielt die Dahler Dorfkirche eine Barock-Orgel. Diese war nach fast 200 Jahren nicht mehr bespielbar und wurde aufgegeben. 1957 wurde eine neue Orgel der Firma Ott mit 13 Registern und barocker Disposition eingebaut.

Sowohl an den Außenwänden der Kirche als auch in deren Inneren, dort im westlichen Eingangsbereich, sind mehrere Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert angebracht. Sie erzählen von den Adelsfamilien des Hauses Dahl und von Pfarrern der Gemeinde.

Der Dahler Friedhof, der bis 1847 unmittelbar neben der Kirche lag, wurde ab 1848 durch einen neuen, größeren Friedhof im Hoffnungstal ersetzt.


Quelle: Die Dahler Dorfkirche: Ev. Kirchengemeinde Dahl