Geschichte des evangelischen Posaunenchor Dahl von 1923 bis Heute

Als im Frühjahr 1923 der damalige Pfarrer August Stein seine Konfirmandenbesuche in der Gemeinde machte, wurde er von mehreren Eltern gefragt, ob er entsprechend dem bestehenden Frauen- und Mädchenchor nicht etwas ähnliches für die jungen Männer schaffen könne. Für Pastor Stein kam in diesem Augenblick nur die Gründung eines Posaunenchores infrage.

Durch Werbung konnte am Sonntag nach Ostern die erste Zusammenkunft im Konfirmandensaal des alten Pfarrhauses gehalten werden. 20 bis 30 Interessenten hatten sich eingefunden. Zunächst besorgte Pastor Stein aus seiner Heimatgemeinde Krombach im Siegerland von dem dortigen Posaunenchor leihweise Signalhörner, womit nach kurzer Zeit die Übungen begannen. Schon hierbei trennte sich die "Spreu vom Weizen", als sich nämlich herausstellte, dass das Blasen doch nicht so rasch möglich war, wie mancher es sich vorgestellt hatte. Immerhin blieben doch rund 20 junge Männer übrig, und schon wenige Wochen später folgten die ersten, ebenfalls vom Posaunenchor Krombach leihweise zur Verfügung gestellten Instrumente, womit die eigentliche Arbeit beginnen konnte.

Die Entwicklung des Chores ging gut voran. Pastor Stein übernahm selbst die Ausbildung der Bläser und die Leitung des Chores. Hierbei wurde er tatkräftig von dem damaligen Organisten Hermann Zimmerhöcker unterstützt. Schon zu Weihnachten konnte zur großen Freude aller im Gottesdienst geblasen werden.

1928 verließ Pastor Stein die Gemeinde. In dieser Zeit übernahm Fritz Grebe die Leitung, die er 50 Jahre innehatte.

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Posaunenchor Dahl 1939

Etwa um die Mitte der dreißiger Jahre war der Posaunenchor auf ganze 7 Mitglieder zusammengeschrumpft, was wohl in erster Linie den damaligen politischen Verhältnissen zuzuschreiben ist. Dieses "Fähnlein der sieben Aufrechten", wie der Posaunenchor zwar scherzhaft, aber voll Anerkennung genannt wurde, nahm in unveränderter Formation nach der kriegsbedingten Unterbrechung seine Tätigkeit wieder auf.

Etwa Anfang der fünfziger Jahre gelang es Walter Tempelmann, musikbegeisterte Jugendliche für den Posaunenchor zu gewinnen. Diese Arbeit ließ den Chor auf rund 20 Mitglieder anwachsen, der neben dem Blasen im Gottesdienst und auf Altengeburtstagen auch die damals noch auf den Dahler „Höhen“ stattfindenden Frühgottesdienste mitgestaltete.

Der Chor unterlag im Laufe der Zeit einigen Veränderungen und wird auch in Zukunft noch Höhen und Tiefen durchschreiten. Zum Ev. Posaunenchor Dahl gehören heute:

35 aktive Bläser und Bläserinnen im Alter zwischen 15 und 65 Jahren, eine Gruppe von 16 Nachwuchsbläsern und ein Freundeskreis von ehemaligen Bläsern, passiven Mitgliedern und Angehörigen.

Den Dienst mit unseren Instrumenten verstehen wir als einen Auftrag, in und vor allem außerhalb der Kirche Gott zu loben und mit unserer Musik Freude zu bereiten. In unserem Programm sind deshalb geistliche Choral- und Bläsermusik sowie "quer Blech ein", alles, was Spass macht.

Die Proben finden jeden Dienstag im Gemeindehaus statt. Zusätzlich treffen wir uns durchschnittlich noch einmal wöchentlich zu einem unserer Einsätze. Wir spielen überwiegend in Altenheimen, bei Gottesdiensten und Altengeburtstagen.

Durch unsere Mitgliedschaft im Posaunenwerk der Evangelischen Kirche von Westfalen und durch Anschluss an den CVJM Kreisverband Hagen sowie durch eine gute Zusammenarbeit mit unserem Dahler Organisten Ulrich Land wird eine ständige Weiterbildung und Nachwuchsschulung, z.B. auf Wochenend- und Jungbläserlehrgängen, sehr erleichtert.

In einem Freundeskreis, der so viele Dinge gemeinsam macht, kommt natürlich auch der gesellige Teil nicht zu kurz. Dazu gehören Ausflüge und gemütliche Abende mit der ganzen Chorfamilie.