Breckerfelder Zeitung Breckerfelder Zeitung - Samstag, 5. September 2009

Gipfeltreffen der CVJM-Blechbläser

Kreisposaunentag in Breckerfeld begeistert mit frischem Wind

BRECKERFELD (kpg) • Beim Stichwort „Blasmusik" denken viele zunächst an Scheunenstimmung, Märsche und vielleicht auch Florian Silbereisen, an Schunkeln und Volkstümelei.

Dagegen ist - je nach Geschmack - auch nichts zu sagen. Doch es geht sicherlich auch ganz anders. Das zeigten jetzt bei ihrem ersten gemeinsamen „Kreisposaunentag" genannten Wochenende die Musiker von rund 20 Posaunenchören aus Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis.

Orchestrale Klangopulenz von Blechbläsern steht hoch im Kurs. Das zeigt sich bei diversen hochkarätigen Hollywood-Filmproduktionen wie beispielsweise dem Soundtrack zu Fluch der Karibik oder - schon ein paar Jahre älter - dem Connery-Actionstreifen „The Rock".

Auf diese Eingängigkeit ist auch bereits die Werbebranche aufmerksam geworden und nutzt die Klänge als Hintergrund für manchen TV-Spot. Kein Wunder also, dass auch Blechblasmusik weit abseits der Musikantenscheunen ihr Publikum hat. Bewiesen wurde das am 22. und 23. August in Breckerfeld.

Die Blasmusiker hatten sich eingefunden, um frischen Wind in die Hansestadt zu bringen. Angereist waren sie aus Herdecke, Hagen und Wetter, aus Gevelsberg, Ennepetal, Haßlinghausen, Schwelm und Wuppertal-Langenfeld. Insgesamt rund 180 Blech-Instrumentalisten waren vor Ort, dazu zwei Chöre (der heimische „Gospel-Train" und der Gevelsberger „Wegweiser") und nicht zuletzt eine Band, bestehend aus Schlagzeug, Tasten und Bass. Das nennt man wohl einen großen Bahnhof. Einem derart unglaublichen Aufgebot gebührt dann natürlich auch die entsprechende Würdigung, die in Form der Schirmherrschaft des Bürgermeisters, Klaus Baumann, umgesetzt wurde.

Und so stand das Wochenende, an dem es an „Konkurrenz"-Veranstaltungen sicher nicht mangelte, deutlich im Zeichen kraftvoller Klänge. Nach einem ausgiebigen Probennachmittag stand als erster Höhepunkt am Samstagabend das Konzert mit der „Brass Connection", dem Auswahlchor des CVJM-Westbundes, auf dem Programm. „Majesty - Gospel and more" hieß es zurecht, denn die Instrumentalisten, verstärkt durch eine kleine Band, starteten ihren Auftritt in der Ev. Jakobus-Kirche mit Musik aus der Zeit des Barock, da durfte dann auch ein Werk des großen Meisters Johann Sebastian Bach natürlich nicht fehlen.

Daneben kamen unbekanntere Tonsetzer aus der Zeit von vor rund 300 Jahren wie Benedetto Marcello und William Babell zu ihrem Recht.
Doch alsbald kam man der heutigen Musik näher, Traditionals und moderne Gospelsongs erklangen in bislang ungehörter Intensität und mitreißender Kraft. Die Brass Connection mit vier Trompetern und fünf Posaunisten setzte einen Glanzpunkt, dem an diesem Wochenende noch weitere begeisternd folgen sollten.


Teilnehmer
CVJM Posaunenchor Boele-Kabel, Leitung Klaus Achenbach
Posaunenchor Breckerfeld, Leitung Gordon Schulte
Posaunenchor Dahl, Leitung Stefan Mehl
CVJM Posaunenchor Hagen, Leitung Diethelm Hoffmann
CVJM Posaunenchor Haspe, Leitung Hans-Peter Damann
Posaunenchor Haus Hove / Oberwengern, Leitung Frank Langenbach
Posaunenchor Herdecke, Leitung Matthias Küstermann
CVJM Posaunenchor Volmarstein, Leitung Dirk Arntzen
CVJM Posaunenchor Westhofen, Leitung Richard Blinker
Posaunenchor Wetter, Leitung Torsten Mühlhoff
Posaunenchor Zurstraße, Leitung Rene Jaques
Posaunenchor Altenvoerde, Leitung Lisa Döpp
Posaunenchor FEG Ennepetal, Leitung Lisa Küpper
Posaunenchor Oberbauer, Leitung Michael Wertmann
CVJM Posaunenchor Schwelm, Leitung Michael Grams

Musikalische Leitung
Daniel Salinga, Landesposaunenwart in der Ev. Kirche von Westfalen
Matthias Schnabel, Bundesposaunenwart CVJM-Westbund
Michael Grams und Klaus Wurm, Jungbläser

Band
Sebastian Vogt, Schlagzeug
Andreas Hönsch, Tasten
Robert Schulenburg, Schlagzeug

Chöre
Gospel-Train Breckerfeld, Leitung Edzard Schmidt
Wegweiser Gevelsberg, Leitung Thimo Velling

Moderation
Andreas Graf, Bundessekretär CVJM-Westbund


Da war Musik drin

Sonntag startete mit Gottesdienst

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Blasmusik ist eine Sache des richtigen Ansatzes: Die Mundstellung sieht nicht unbedingt gemütlich aus, aber die Töne stimmen.

BRECKERFELD (kpg) • Der Sonntag begann traditionell mit einem Gottesdienst - doch der hatte es diesmal besonders in sich. Genauer: Da war richtig Musik drin. Denn die angereisten Mitglieder der Posaunenchöre beteiligten sich natürlich nach Kräften an der Veranstaltung in der Sporthalle Breckerfeld. Es war ein Genuss. Doch auch das Folgende sollte es musikalisch noch in sich haben.

Nachdem die liturgische Stunde in der Sporthalle mit Predigt durch Pfarrer Peter Gräwe aus Gelsenkirchen, dem Obmann im Posaunenwerk der ev. Kirche von Westfalen, beendet war und der Breckerfeider Bürgermeister Klaus Baumann als Schirmherr sein Grußwort gesprochen hatte, startete nach dem gemeinsamen schmackhaften Mittagessen das bunte Nachmittagsangebot. Das schloss sowohl Spiel- und Spaßangebote wie auch Besichtigungen oder eine Meditation ein, dessen Hauptpunkt aber natürlich wieder auf musikalischer Basis stattfand.

So präsentierten sich der heimische Chor Gospel-Train, die Posaunenchöre Zurstraße, Schwelm und Dahl und schließlich auch die Sängerinnen und Sänger des Gevelsberger „Wegweisers" mit ihrem sicher bemerkenswerten Können. Zudem wurde in dieser Zeit auch die Suche nach dem „Super-Jungbläser" veranstaltet, ein mit Augenzwinkern gemeinter Test, bei dem die Nachwuchs-Instrumentalisten verschiedene Stationen zu bewältigen hatten und bei dem es natürlich auch etwas zu gewinnen gab.

Der Abschluss war dann zugleich zweiter Höhepunkt dieses Wochenendes, denn beim bunten Nachmittagsprogramm kamen alle Teilnehmer noch einmal zusammen, um dem Publikum eine unvergessliche Zeit zu bescheren. Abwechslungsreich wie auch qualitativ überaus anspruchsvoll servierten die Musiker ein Menü, das ohne Einschränkung ein akustischer Hochgenuss war und noch einmal auf beste Art zeigte, dass Blasmusik nicht nur der Volksmusiksparte zuzurechnen ist. Sie ist statt dessen weit mehr, als der oft mit einem Lächeln benutzte Ausdruck von der „Dicke-Backen-Musik" beschreibt, der den Möglichkeiten mit diesen Instrumenten bei Weitem nicht gerecht wird.

Daher geht ein ausdrücklicher Dank an alle Mitwirkenden und die diversen Chorleiter für zwei mitreißende und denkwürdige Tage in Breckerfeld, die sicher bleibenden Eindruck bei den Gästen hinterlassen haben.

 


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