WestfalenpostWestfalenpost (Lokalteil Hagen) - Dienstag, 21. Juni 2005

Jakob spielt bald die Tuba

Blasmusik und Rock: Ev. Posaunenchor verbindet Musik und Jugendarbeit

DAHL.
Blasmusik und Rock. Geht nicht? Geht doch. Der Ev. Posaunenchor aus Dahl beweist's: „Pop meets Brass" heißt das Programm, das den Drahtseilakt zwischen zwei Musikwelten begeisternd bewältigt.

„Wir machen hier richtig Remmidemmi", kündigt Organisator Klaus Wurm das Spektakel in der Dahler Bürgerhalle an. Gesagt getan. Mit fetzigem Programm animiert der 50-köpfige Chor die Zuschauer zum rhythmischen Klatschen. Unterstützt von Schlagzeug, E-Gitarre und einem Dudelsack - außergewöhnlich, aber gut.

Dieses jugendliche Flair kommt nicht von ungefähr. Das Durchschnittsalter im Posaunenchor liegt bei unter 25 Jahren. Eigentlich erstaunlich im Zeitalter von Fernsehen und Computer.

Aber nicht für die Dahler. Der Posaunenchor hat in seiner über 80-jährigen Geschichte Tradition in dem kleinen Vorort. „Wir sind mehr als nur ein Posaunenchor. Wir versuchen, engagierte Jugendarbeit zu leisten und ein Gruppengefühl zu schaffen", beschreibt Klaus Wurm das Konzept „Die Jugendlichen kommen von selbst. Wir brauchen keine großartige Werbung."

Douglas Stahl ist 19. Seit sieben Jahren schon bläst er in das lange stählerne Rohr. Sein Instrument: die Trompete. „Auf einem Geburtstag habe ich zum ersten Mal den Chor gesehen und war positiv überrascht. Danach bin ich eingetreten", erzählt der junge Mann von seinen Anfängen. „Das Geheimnis ist zeitlose Musik. Die kommt immer an."

Keine Frage, die Zuhörer sind begeistert. „Ich höre den Chor zum ersten Mal. Das ist nicht typische Blasmusik -überraschend gut", lobt Udo Placzek.

Um Nachwuchs braucht sich der Posaunenchor keine Sorgen zu machen. Zehn neue Jungbläser stimmten den Chorleiter in der ausverkauften Bürgerhalle hoffnungsfroh. Ein bisschen nervös, aber dennoch souverän, fügt sich die Zukunft von Morgen in das Gesamtbild. Jakob Vohwinkel, einer der jungen Musiker, spielt seit eineinhalb Jahren im Chor: „Ich übe jeden Tag zu Hause. In ein paar Jahren kann ich dann die richtige Tuba spielen." Eine richtige Tuba? „Im Moment spiele ich noch ein Baritonhorn. Das ist nur ein Übergangsiristrument. Für die richtige Tuba braucht man viel Übung", erklärt der elfjährige Bläser ganz selbstverständlich.


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